Acht Argumente für ein Ja zum Velotunnel

Stadtrat Richard Wolff im künftigen Velotunnel unter dem HB Zürich.
Auch das Tiefbauamt steht hinter dem Projekt: Stadtrat Richard Wolff im künftigen Velotunnel unter dem HB Zürich.

Warum man zum Velotunnel einfach JA sagen muss.

Falls es auf Stadtgebiet irgendwo noch eine Zweiflerin oder einen Zweifler geben sollte: Acht schlagende Argumente für den Velotunnel unter dem HB.

1. Das Loch ist bereits gegraben

Der Tunnel unter dem HB existiert seit den 80er-Jahren. Der sogenannte Stadttunnel wurde gebaut, weil man damals noch eine Autobahn mitten durch die Stadt plante. Der Durchgang ist satte 25 Meter breit und in zwei Röhren aufgeteilt, auf der je zwei Spuren vorgesehen waren. Viel Platz, der bisher ungenutzt blieb.

2. Eine breite Allianz unterstützt das Projekt

Der Velotunnel geht auf eine Petition von Pro Velo Zürich im Jahr 2011 zurück. Inzwischen haben sich dem Unterstützungskomitee zahlreiche Parteien und Verbände angeschlossen. Es sind dies SP, FDP, Grüne, GLP, AL, EVP, VCS, TCS und umverkehR.                             

3. Die Sinnvollste aller möglichen Umnutzungen

Eine Pilzzucht, ein Partytempel oder eine neue Shoppingmeile: So viel Platz mitten in Zürich könnte man für vieles nutzen. Aber in einer Stadt, in der sich 70,5 Prozent der Stimmbevölkerung für eine sicherere Veloinfrastruktur aussprechen, gibt es wahrscheinlich nichts Sinnvolleres und Mehrheitsfähigeres als die Umnutzung zu einem Velotunnel.

4. Im Vergleich tiefe Kosten

Der Projektkredit von rund 28 Millionen scheint manchen Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern ein relativ hoher Betrag für einen Velotunnel. Dabei geht vergessen, dass das ursprünglich geplante Autobahnprojekt nicht Millionen, sondern Milliarden gekostet hätte. Ganz zu schweigen von den Folgekosten, die eine solche Autobahn mit sich bringt. Wichtig zu erwähnen ist zudem, dass im Kredit acht Millionen für einen allfälligen Rückbau enthalten sind. Aus heutiger Sicht ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass die Autobahn doch noch kommt und sie verwendet werden müssen.

5. Garantiert kein Luxusprojekt

Kritische Stimmen meinen der Velotunnel sei ein Luxusprojekt für eine Minderheit. Aber das stimmt nicht. In der Stadt Zürich wünschen sich fast drei Viertel der Stimmbüger eine bessere Veloinfrastruktur. Und wäre der Tunnel ein Luxusprojekt, dann hätte er beim Aufgang Konradstrasse ein Rollband, wie man das aus vergleichbaren Unterführungen in Holland kennt. Denn hier müssen Velofahrende eine Steigung von 12 Prozent bewältigen.

6. Für Velofahrende eine massive Verbesserung

Für Velofahrende ist die Umfahrung des Hauptbahnhofes mit vielen Gefahren verbunden: Da gibt es zahlreiche Kreuzungen, schwierige Spurwechsel, tückische Mischzonen – und sich unvermittelt öffnende Autotüren, weil noch jemand schnell auf den Zug springen will. Der Velotunnel beseitigt all diese Gefahrenquellen auf einen Schlag.

7. Der Tunnel wird Teil einer grösseren Verbindung

Dereinst soll man die Stadt vom Shilcity bis an den Escherwyssplatz entspannt und sicher queren können – und das ganz ohne Umwege.

8. Das Projekt ermöglicht eine neue Velostation

Neben dem Velotunnel ist auch eine neue Velostation geplant. Sie soll rund 700 konventionelle Veloabstellplätze enthalten, rund 100 Abstellplätze für Spezialvelos und 60 Abstellplätze für Fahrzeuge mit Elektromotor. Die Abstellplätze sollen alle gratis sein. Zudem befinden sie sich zwecks Komfort auf einer Ebene. Schliesslich hat es so viel Platz im Tunnel, das nicht unbedingt in die Höhe gebaut werden muss.

Von Andrea Freiermuth

Leiterin Kommunikation & Events bei Pro Velo Kanton Zürich

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